Tourismus hat spürbare Auswirkungen auf das Klima und verursacht weltweit einen erheblichen Teil der Treibhausgasemissionen. Umso wichtiger ist die Frage, wie Reisen mit weniger Emissionen gelingen kann. Bei HomeExchange glauben wir nicht, dass klimafreundlicheres Reisen Verzicht bedeuten muss. Oft heißt es einfach, bewusster unterwegs zu sein – und manchmal wird gerade dadurch die Reise selbst zum Erlebnis. Viele Mitglieder unserer Community zeigen längst, wie das aussehen kann. Einige ihrer Geschichten möchten wir hier teilen.

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HomeExchange setzt sich für einen verantwortungsbewussteren Tourismus ein. Umso mehr freuen wir uns über die Erfahrungen von Mitgliedern, die bei ihren Reisen und Haustauschen möglichst oft auf emissionsärmere Verkehrsmittel setzen.

1. Von Südfrankreich bis nach Lappland – komplett mit dem Zug: Sophies Geschichte

kohlenstoffarmes Reisen

„Letzten Winter sind wir von Toulouse aus mit dem Zug nach Lappland gefahren. Es war eine unserer schönsten Reisen überhaupt! Unterwegs mehrere Städte in verschiedenen Ländern kennenzulernen, war unglaublich spannend. Und zu sehen, wie sich die Landschaft Stück für Stück verändert, hat die Anreise zu einem echten Teil der Reise gemacht. Seitdem nehmen wir Nachtzüge, wann immer es geht – zum Beispiel im vergangenen Sommer nach Österreich und Tschechien.“ – Sophie Lkbn

2. Célines Reisen mit dem Zug

„Wir sind ein Paar und wohnen ziemlich zentral in Nantes. Deshalb ist es für uns sehr einfach, mit dem Zug zu reisen – und mit Bahnrabattkarten und etwas Planung oft auch bezahlbar. Wir überlegen eigentlich immer zuerst, welches Verkehrsmittel möglichst wenig Emissionen verursacht, auch wenn die Reise dadurch länger dauert. Wenn die Reise dadurch länger dauert, nutzen wir das einfach für einen Zwischenstopp unterwegs. Dogmatisch sind wir aber nicht: Wenn es wirklich keine sinnvolle Alternative gibt, fahren wir auch mit dem Auto und versuchen dann, eine Fahrgemeinschaft zu bilden.

  • August 2023: zwei Wochen wechselseitiger Haustausch in Haarlem in den Niederlanden; Anreise mit dem Zug.
  • Juli 2024: zwei Wochen wechselseitiger Haustausch in Prato bei Florenz, ebenfalls mit dem Zug ab Nantes. Unterwegs verbrachten wir drei Tage in Mailand. Auf der Rückreise machten wir Halt in Paris, um die Olympischen Spiele zu besuchen.
  • Ende Dezember 2025: ein einwöchiger wechselseitiger Haustausch in einem Dorf in der Nähe von Brüssel.

So zu reisen entspricht einfach dem, was uns wichtig ist, und durch Haustausch sind dabei schon viele schöne Begegnungen entstanden.“ – Céline Dum

3. Ohne Flugzeug nach Polynesien? Julies außergewöhnliches Projekt

CO2-Fußabdruck von Reisen

„Wir planen eine achtmonatige Reise von Frankreich bis nach Polynesien und möchten dabei möglichst wenig CO₂ verursachen. Zuerst soll es mit einem Segelboot über den Atlantik nach Amerika gehen, anschließend mit Zug und Bus weiter. Danach wollen wir versuchen, per Mitfahrgelegenheit auf Segelbooten weiterzureisen. Aktuell haben wir bereits 50 Nächte über HomeExchange organisiert.“ – Julie Fournier

4. Mit dem Zug von Lyon nach Andalusien: Lilis Reise

„April 2025: drei Wochen durch Andalusien, ab Lyon komplett mit dem Zug – bis auf eine Busfahrt während eines großflächigen Stromausfalls. Wir waren in Córdoba, unserem absoluten Lieblingsort, außerdem in Sevilla mit Ausflügen nach Cádiz und Jerez, in Málaga mit Caminito del Rey, Ronda, Castillo de Colomares und Mijas sowie in Granada. Zurück ging es über Valencia. Besonders schön: Eine HomeExchange-Gastgeberin fand es so toll, dass wir mit dem Zug unterwegs waren, dass sie extra ihren Kalender für uns freigeschaltet hat.“ – Lili Zabeth

5. Sechs Monate mit dem Fahrrad unterwegs: Dominiques großes Abenteuer

Fahrradtour

„Hallo! Wir sind seit Kurzem im Ruhestand und lieben Freiheit und Abenteuer. Von Januar bis Juni 2025 waren wir sechs Monate mit dem Fahrrad unterwegs:

  • Start in Avignon im Département Vaucluse
  • Mit dem Fahrrad nach Genua in Italien
  • Fähre nach Palermo auf Sizilien
  • Rundreise durch Sizilien
  • Fähre von Messina nach Reggio Calabria
  • Mit dem Fahrrad durch die Naturparks Kalabriens
  • Anschließend durch Apulien
  • Fähre von Brindisi nach Igoumenitsa in Griechenland
  • Vikos-Schlucht und Meteora
  • Albanien
  • Montenegro
  • Kroatien
  • Slowenien
  • Norditalien über Venedig, Verona und Pavia bis zum Heimatdorf meines Großvaters in der Nähe von Turin und weiter ins Val di Viù nach Il Chiampetto
  • Und schließlich zurück nach Hause in die Provence!

Insgesamt:
→ 6.500 Kilometer mit dem Fahrrad
→ 65.000 Höhenmeter
→ 60 Nächte mit HomeExchange (also zwei von den sechs Monaten)

Und Anfang März 2026 geht es schon wieder los: sechs Monate durch Spanien und Portugal!“ – Dominique Brun-Dupouy

6. Europa mit Tag- und Nachtzügen entdecken: Valérie erzählt

„Wann immer es geht, fahre ich mit dem Zug – nach London, im Dezember nach Brüssel und auch innerhalb Frankreichs. Zwei längere Reisen führten mich zu Haustauschen.

Eine davon ging nach Warschau. Ich startete in Pau und machte auf der Hinreise zuerst in Freiburg Halt, um Familie zu besuchen. Danach folgte ein Haustausch in Berlin. Auf dem Rückweg ging es von Warschau Richtung Pau, mit einem weiteren Zwischenstopp in Berlin. So konnte ich noch einmal durch die Stadt laufen, in der ich zuvor zwei Wochen bei einem Haustausch verbracht hatte. Danach nahm ich den Nachtzug nach Frankreich und anschließend den TGV.

Ich kam erstaunlich erholt an. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Fahrt von Warschau nach Berlin. Neben mir saß eine sehr nette Frau, nur die Verständigung war etwas schwierig: Mein Polnisch ist praktisch nicht vorhanden, mein Deutsch eher bescheiden, und sie sprach weder Englisch noch Französisch.

Ein weiterer Haustausch führte mich nach Stockholm. Dafür nahm ich zwei Nachtzüge – darunter einen Zug der schwedischen Bahngesellschaft SJ mit einem Zweierabteil und Waschbecken, echter Luxus! – und verbrachte zusätzlich einen ganzen Tag im Zug. Schade war nur, dass wir die großen Brücken Dänemarks mitten in der Nacht überquerten und nichts davon sehen konnten. Dafür war es umso schöner, morgens mit Blick auf rote Holzhäuser und schwedische Seen aufzuwachen. Auf der Rückfahrt hatten wir eine deutliche Verspätung, aber die Bahngesellschaft reagierte sehr unkompliziert und erstattete uns die Kosten für die Fahrt.“ – Valérie Esqilat

7. Corinnes Bahnabenteuer

Umweltfreundliches Reisen

„Januar 2023, eine 20-tägige Reise mit dem Zug:

  • Avignon – Brüssel
  • Brüssel – Gent
  • Gent – Antwerpen
  • Antwerpen – Rotterdam
  • Rotterdam – Amsterdam
  • Amsterdam – Avignon

An jedem Ort machten wir einen Haustausch und blieben jeweils zwischen zwei und sechs Nächten.
An diese Reise denken wir bis heute sehr gerne zurück.

August 2025:

  • Von Avignon über Lille nach London. Insgesamt 15 Tage, unterwegs mit Zug, Bus und Metro.

Für Juni 2026 planen wir eine Reise mit dem Zug nach Norwegen.
Bei den Preisen sind wir allerdings immer wieder enttäuscht: Zugtickets können ziemlich teuer sein. Um wirklich gute Angebote zu finden, muss man sehr flexibel sein… da hilft es natürlich, wenn man im Ruhestand ist.“ – Corinne Mandelli

8. Valentins Fazit zur Bahn: weniger Emissionen und mehr Komfort

„Diesen Sommer sind wir mit dem TGV INOUI von Lüttich nach Montpellier gefahren. Die Fahrt verursacht deutlich weniger CO₂ – und im Vergleich zu den Staus auf den Autobahnen im Rhônetal ist der Komfort kaum zu schlagen. Vor Ort mussten wir allerdings ein Auto mieten, um die Region erkunden zu können.

Von unserem Tausch-Zuhause im Zentrum von Montpellier aus konnten wir aber vieles mit öffentlichen Verkehrsmitteln machen. Genau darauf achten wir inzwischen auch bei der Planung unserer nächsten Reisen. Allerdings sind längst nicht alle Ziele von Belgien aus gut mit dem Zug erreichbar. Deshalb freuen wir uns sehr über jede neue Nachtzugverbindung.“ – Valentin Hautot

9. Mit dem Nachtzug nach Prag: Laurence hat es ausprobiert

Zugreise

„Diesen Sommer fahre ich mit dem Nachtzug nach Prag und lege unterwegs einen kurzen Zwischenstopp in Basel ein – natürlich ebenfalls mit HomeExchange. Die Reise für zwei Personen:

  • Grenoble – Basel mit eineinhalb Tagen Aufenthalt
  • Basel – Prag, wo wir zwölf Tage blieben

Die Reise war eine wunderbare Entdeckung – sowohl die Fahrt mit dem Zug als auch Prag selbst. Und sie hat mir Lust gemacht, noch einmal länger nach Basel zurückzukehren. Natürlich wieder mit dem Zug.“ – Laurence Menu

10. Zug und Fähre durch Nordeuropa kombinieren: Celias Reise

„Wir sind schon oft mit dem Zug verreist – bis nach Andalusien oder mit dem Nachtzug nach Wien.

Unser größtes Abenteuer hatten wir aber in diesem Sommer: Wir starteten in Toulouse mit dem Zug und fuhren über Paris und Hamburg bis nach Hirtshals im Norden Dänemarks. In Hamburg blieben wir unterwegs drei Tage bei einer Gastfamilie. Von Hirtshals nahmen wir die Fähre auf die Färöer, wo wir eine Woche lang einen Haustausch machten, und anschließend eine weitere Fähre nach Island. Dort verbrachten wir dreieinhalb Wochen bei insgesamt drei Tauschen. Für die Rückreise mussten wir am Ende leider doch fliegen.“ – Celia Picard

Klimafreundlicher reisen: wie es gelingen kann

kohlenstoffarmes Reisen

Klimafreundlicheres Reisen bedeutet vor allem, Gewohnheiten zu hinterfragen: Wie kommen wir ans Ziel? Wie schnell müssen wir dort sein? Und muss es immer möglichst weit weg sein? Dabei geht es nicht darum, auf Reisen zu verzichten. Vielmehr können schon einzelne Entscheidungen dazu beitragen, den CO₂-Fußabdruck einer Reise zu verringern. Tourismus trägt weltweit deutlich zu den Treibhausgasemissionen bei, und besonders die An- und Abreise fällt dabei ins Gewicht.

Auch Untersuchungen für Deutschland zeigen, wie stark die Klimabilanz einer Reise von der Mobilität abhängt. Gerade bei längeren Strecken macht es einen großen Unterschied, ob man mit Flugzeug, Auto oder Bahn unterwegs ist. Wie hoch die Emissionen tatsächlich sind, hängt dabei immer von Strecke, Auslastung und Verkehrsmittel ab.

Klimafreundlicher unterwegs zu sein muss also nicht heißen, sich alles zu verbieten. Oft geht es vielmehr darum, dort anders zu entscheiden, wo es gut möglich ist:

  • Möglichst emissionsarme Verkehrsmittel wählen.
  • Langsamer reisen und schon den Weg zum Teil der Reise machen.
  • Vielleicht seltener verreisen, dafür länger bleiben.
  • Deutschland und gut erreichbare Ziele in den Nachbarländern neu entdecken.
  • Beim Reisen vorhandene Unterkünfte nutzen, etwa durch Haustausch, und bei anderen Reiseangeboten auf glaubwürdige Nachhaltigkeitsstandards achten.
  • Aktivitäten wählen, die Natur und lokale Gemeinschaften möglichst wenig belasten.
  • Vor Ort lokal einkaufen und essen.

Natürlich lässt sich nicht auf jeder Reise alles davon umsetzen. Doch oft entstehen gerade durch langsamere Wege, Zwischenstopps und ungewöhnliche Routen Begegnungen und Erlebnisse, die bei einer möglichst schnellen Anreise gar nicht möglich gewesen wären.

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Mit einem CO₂-Rechner können Sie verschiedene Verkehrsmittel miteinander vergleichen und einschätzen, wie sich Ihre Reiseplanung auf die Emissionen auswirkt.